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Und was bleibt, ist die Angst...

Schrecklicher Abend. Ins Bett gegangen um elf Uhr. Eingeschlafen um drei Uhr nachts. Eingeschlafen vor Erschöpfung. Ich weiß nicht mehr alles von gestern. Ich weiß nicht mal mehr, wie es überhaupt dazu kam. Ich war teilweise ziemlich weggetreten. Ich versuche mal aufzuschreiben, wie es mir erging und versuche auch, nicht wieder wegzutreten...

(kursiv = im Bett; normal = in der Klinik)

Ich liege im Bett. In mir zieht sich alles zusammen. Bilder vor meinem Auge. Bilder von der Klinik damals im Sommer. Der Wald. Der Wald, der da angrenzt. Und dieser Busch. Die Bank. Der Rasensprenger. Die Geschlossene. Der enge Weg. Alles zieht an mir vorbei, alles was Bedeutung hat. Ich zucke zusammen, verkrieche mich unter die Decke. Da ist er. Der Typ aus der Geschlossenen. Von der Polizei eingewiesen. Hatte "schlimme Dinge" mit seiner Frau getan. Er hatte mich noch angelogen. Er war gar nicht Ende dreißig, er war schon Mitte vierzig... Wie lernten wir uns kennen? Durch das Cafe im Keller. Er ist einer von der Geschlossenen. Hatte gerade Auslauf. Er baggerte meine Bettnachbarin an und begaffte sich ständig. Am zweiten Tag verließ sie leider die Klinik... und dann war ich an der Reihe... Begaffen... das ständige Anschaun... ich krieg die Krise.... er gibt mir ne Cola aus... hört sich meine Musik auf dem CD-Spieler an.... Ich schlucke. Ich verscheuche die Szene aus meinem Kopf. Schnitt. Am Wald. Er wieder. Wir reden. Ich rede. Er starrt. Überall hin. Er streichelt meinen Kopf. Ich rede. Er streichelt meinen Arm. Ich rede. Ich rede und rede und rede. Ich will nix wahrhaben, will alles wegreden... ich darf nicht nein sagen... das ist falsch. Dann bin ich böse zu ihm. Ich will doch aber zu keinem Menschen böse sein... "Du bist vielleicht eine Süße..." Sein Arm wandert... Ein Bild blendet ein. Sein Arm auf meinem Bein. Innerlicher Schrei in mir. Ich stehe schnell auf, gehe auf die Wiese am Wald. Er mir hinterher. Wir reden wieder. Ein Busch. "Hey, der ist toll zum Sitzen! Soll ich dich da hochheben?" Ich: "Ja, kann man ja mal ausprobieren..." Er will mich hochheben. Berührt dabei meine Oberweite. Ich zucke zusammen, lasse mir nix anmerken. Ich lache. Ein oberflächliches Lachen. Eine Täuschung. Er starrt mich unaufhörlich an. Und lächelt. Er hebt mich wieder runter. Diesmal nur eine flüchtige Berührung da oben. Sein Gesicht ist so verschwommen, ich kann sein Gesicht nicht mehr sehn... Wir gehen an den Waldrand. Wieder ein Baum. Er fragt mich wieder. Diesmal verneine ich. Ich sage, es sei mir zu gefährlich. Er nimmt mich kurz am Arm und zieht mich, wir gehen weiter. Er führt mich durch einen kleinen Weg an einer Lagerhalle von der Klinik zwischen Büschen vorbei. Die Lagerhalle ist gruselig. Ich will davon weg. Schnitt. Wir sitzen auf einer Bank beim Garten. Ein Rasenprenger ist an. Ich hasse diese Teile. Er spielt damit herum und lacht. Es ist warm. Kleine Tierchen sitzen auf meinem T-Shirt überall. Er sieht das. Und versucht sie wegzuwischen. Er berührt dadurch ein weiteres Mal meine Oberweite. Er sagt mir wieder, wie süß ich doch sei... immer wieder höre ich das von ihm. Und er streichelt mir über den Kopf, immer wieder und lächelt. Ich hasse seinen Blick. Sein Gesicht ist irgendwie aber immer noch verschwommen. Er starrt. Wie immer. Schnitt. Wir sind in der Eingangshalle. Die Trennung zwischen der Geschlossen und den anderen Abteilungen. Keine Menschenseele weit und breit. Er lächelt. Ich will schnell tschau sagen, da umarmt er mich plötzlich. Ich erstarre, wie ein Eisblock. Er küsst mich auf den Hals. Mittendrinn. Ich erschrecke. Als er seine Umarmung löst, sage ich ganz schnell tschüss und gehe bzw. renne fast in meine Station. Ich konnte nur sehr spät einschlafen. Am nächsten Tag wurde ich (gottseidank) entlassen... ich wollte da nicht mehr bleiben.

Innerhalb dieser Gedanken, die Schlag auf Schlag kamen und nicht abzustellen waren, war die Angst riesengroß. Ich lag meist starr im Bett und versuchte die Gedanken wegzuschieben aber es ging nicht... Oft wühlte ich mich hin und her. Schlug die Decke über den Kopf und dann wieder weg.

( kursiv = Gedanken; normal = ich über mich)

Ich habe so Angst. So schreckliche Angst!!!! Ich mag nich mehr.... Ich verkrampfe. Zittere wie Wespenlaub. Bitte bitte bitte kommt doch einer her und nimmt mich in den Arm! Ich fange an zu weinen ganz leise..Angst. So große Angst..... Was ist, wenn er da ist???ß Wenn er auf mich lauert???? Du hast ihn dochn in der Stadt gesehn!!1 Denk dran, du hast ihn gesehn!!!! DU weißt in welchen ort er wohnt!!! Du weißt, dass er in der Satdt herumläuft!!! Oh Gott, ich will nich mehr! Ich verstricke mich in einem Wahn und drohe, da nicht mehr rauszugelangen. Ich drücke meinen Teddy ganz fest. Mein kleinstes innerstes Kind hat Angst. Genauso, wie es damals Angst vor ihrem Großvater hatte. Ich versuche mich zu beruhigen. Die Lichter, sie machen mir Angst!!! Da soll kein Licht sein, es soll dunkel sein!!! Neinnein, nicht dunkel!!! Dunkel ist gefährlich!! Ich bin total unruhig. Ich will weg da, ich will weg.. Ich kneife meine Augen zusammen. Ich wollte meinem Kumpel eine SMS schreiben, damit ich Ablenkung habe, doch ich konnte nicht... Ich kann nicht!! Ich will ihn nicht wecken!!! Er soll schlafen!!!! Ich muss doch auch schlafen!!! Schlafen ist gut, da ist man sicher. Keine bösen Gedanken mehr... Ich MUSS schlafen!!!! Aber ich war hellwach. Ich höre Geräusche. Zucke bei jedem Geräusch zusammen. Was ist, wenn er hier einbricht??? Ich schaue mich andauernd um, ob er nicht doch in meinem Zimmer steht. Mir ist so schwindelig. Filmriss. Ich liege im Bett, klitschnass. Ich weiß nicht mehr, wie spät es da war. Mir tut alles weh, ich habe Bauchschmerzen. ich weiß nicht, ob ich eingeschlafen bin oder nicht, ich kann mich nicht erinnern. Ich höre wieder Geräusche. Ich liege starr vor Angst im Bett. Dann höre ich plötzlich die Toilettenspülung. Da hätte ich fast angefangen, zu schreien. Ich konnte mich grade noch zurückhalten. Die Bilder spucken weiter herum. Ich weine. Und weine, und weine, und weine. Irgendwann schlafe ich vor Erschöpfung ein. Es war drei Uhr, als ich das letzte Mal auf die Uhr geschaut hatte...

Jetzt bin ich im Hier und Jetzt. Im Moment geht es mir nicht so gut, aber ich denke, dass legt sich bald. Es tat gut, all das mal aufzuschreiben, auch wenn es eine alte Leier mittlerweile ist. Der gestrige Abend war für mich einfach nur pure Hölle. Andauernd bin ich weggetreten und fand mich in den Situationen mit IHM wieder. Eine Nebenwirkung von gestern war, dass ich heute, seit dem Aufstehen (habe übrigens total verpennt), nur noch über den gestrigen Abend/die gestrige Nacht nachdenke. Ich versuche aber alles wegzuschließen. Nur eines bleibt noch immer, die Angst.

Danke für's Lesen.

S.

25.4.07 19:59
 


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